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Willkommen beim Ilona Hupe Verlag

Der Spezialist für Afrika und Oman

North Luangwa Nationalpark (Zambia)

Die touristische Entwicklung eines Nationalparks

Der NLNP hat in den letzten Jahren eine rasante touristische und infrastrukturelle Entwicklung durchlaufen, die teilweise so schnell voran schritt ist, dass es zu Unklarheiten und Widersprüchen kam. Nachdem wir fast jährlich Neuauflagen unseres Sambia-Reiseführers veröffentlichen, konnten wir im Grunde stets die aktuelle Situation bekannt geben. Im Rückblick liest sich das schon recht interessant, weshalb wir sie hier gerne einmal zusammengefasst wiedergeben.

1984 John und Lorna Harvey, die Eltern von Mark Harvey, unternehmen mit Gästen erste Safaris in den kaum zugänglichen Park, der seit den 70er Jahren unter fürchterlicher Wilderei leidet.

1986 Mark und Delia Owens lassen sich im Park nieder, gründen das North Luangwa Conservation Project, und widmen sich fortan vollkommen dem Kampf gegen die Elefantenwilderei und den illegalen Elfenbeinhandel. Zu diesem Zeitpunkt werden pro Jahr rund 1000 Elefanten von Wilderern getötet, die NP-Behörde hat den Park praktisch abgeschrieben.

1989 Das Artenschutzabkommen CITES spricht für den Elefanten den größtmöglichen Schutz aus und verhängt ein weltweites Handelsverbot für Elfenbein. Daraufhin zeigt das Engagement der Owens durchschlagende Wirkung. Die Wilderei im Park geht massiv zurück – von 1000 toten Elefanten 1989 auf 12 gewilderte Dickhäuter 1990. Zugleich schotten die Owens den Park nun gegen jedermann ziemlich ab, und wollen auch keinen Tourismus fördern.

(1995 versuchen wir im Zuge der Erst-Recherchen für unseren Reiseführer zweifach, den Park zu besuchen. Wir versuchen es über die Nord- und über die Südwestzufahrt, und scheitern jeweils direkt am Parkeingang. Wir können damit aus eigener Erfahrung bestätigen, dass zu diesem Zeitpunkt keine Chance besteht, ohne persönliche Einladung von Mark Owens den Park zu betreten.)

1997 verlassen die Owens den Park und Sambia Hals über Kopf in einer mysteriösen, bis heute ungeklärten Nacht-und-Nebel-Aktion. Das plötzlich entstandene Vakuum in der Parkverwaltung übernimmt die Zoologische Gesellschaft Frankfurt, die seit Jahren zu den wichtigesten Sponsoren und Unterstützern der Naturschutztätigkeit im North Luangwa NP zählt. Anstelle der Owens lassen sich als Projektleiter die südafrikanischen Forscher Elsabe und Hugo van der Westhuizen im Park nieder. Damit beginnt auch die vorsichtige touristische Öffnung des Parks. Es bestehen drei kleine, saisonale Bushcamps, die von langjährigen Kennern geführt werden. Individualtourismus ist strikt verboten. Besucher können den Park nur per Flug oder im Geländewagen der drei Anbieter besuchen. Im Park besteht striktes Autofahrverbot.

(1999 unternehmen wir zum ersten Mal eine Längsdurchquerung des gesamten Luangwatals von der Malawigrenze bis Petauke. Dabei übernachten wir wieder an der Parkgrenze, ohne Einlass zu bekommen)

2000  Erstmals erlaubt: Anreise mit eigenem Fahrzeug via Mano Gate, wenn eine feste Reservierung beim Buffalo Camp von Mark Harvey vorliegt, und die gewünschte Eigenanreise des Besuchers zuvor beim Haupteingang angemeldet wurde.

2001  Ab diesem Jahr ist erlaubt, mit dem eigenen Fahrzeug den Park zu durchqueren, also nicht zurück via Mano Gate, sondern weiter nach Mfuwe zu fahren (sofern eine bestätigte Reservierung von Mark Harvey vorliegt und beim Haupteingang angemeldet wurde).

(Wir nehmen diese neue Möglichkeit sofort wahr, besuchen das Buffalo Camp und durchqueren den Park nach Mfuwe)

2002  In diesem Jahr wird das Wegenetz im Park erweitert und begonnen, ein riesiges Gehege anzulegen, in dem künftig Nashörner angesiedelt werden sollen. Außerdem wird ein Community Camp nahe dem Mano Gate errichtet, in dem Individualreisende campieren können (welches auch bei der Flughunde-Tour 2002 eingebaut wird).

2003  Ab diesem Jahr gibt es einen Pontoon und eine neue Furt bei Luelo im nordöstlichen Parkteil (beide Luangwa-Furten befahren wir im September und Oktober 2003 und veröffentlichen deren GPS-Koordinaten). Damit wird die Zufahrt über den Luangwa deutlich erleichert, auch wenn der Ponton wegen des Wasserstands nur wenige Monate eingesetzt werden kann. Außerdem werden in diesem Jahr die ersten fünf Nashörner aus Südafrika im Gehege des Parks ausgesetzt und durch eine Spezialeinheit rund um die Uhr gegen Wilderer geschützt.

2004  Wieder eine Neuerung zugunsten der Individualreisenden: Transitfahrten durch den Park auch ohne einem Besuch der Camps sind nun erlaubt. Allerdings nur auf den Transitpisten an der Peripherie des Parks, nicht über das tierreiche Wegenetz am Mwaleshi River, wo die Camps liegen.

2005  Seit diesem Jahr gibt es ein weiteres Community Camp, diesmal nahe der Luelo-Furt am Luangwa gelegen. Es heißt It’s Wild Chifunda Bush Camp.

2006  stellt sich die Situation so dar: Es gibt drei elitäre Bushcamps im Herzen des Parks, die Unterkunft in Chalets bieten (kein Camp hat eine Camping-Lizenz!). Camping ist dagegen möglich in den beiden Community Camps, an beiden Parkzugängen gelegen. Es droht die Konkurrenz durch spanische Investoren, die Gerüchten zufolge Lizenzen erhalten haben für 5 neue Touristencamps im Park. Auch sollen die Zufahrtswege erneut verbessert werden. Weiterhin ist Touristen, die nicht in einem der drei Camps untergebracht sind, verboten, das Wegenetz am Mwaleshi zu benützen.

2007  Das Buffalo Camp von Mark Harvey ist nicht mehr für Selbstfahrer zu ermäßigten Raten buchbar, sondern wird jetzt nur noch als All-Inclusive-Camp vermarktet. Nur bei freien Kapazitäten kann man ab 14 Tage vorher eine Self-Catering-Rate anfragen.

2008  2007 teilte die Naturschutzbehörde ZAWA den Park in vier Nutzungszonen auf. Zone 1 bezeichnet die "general purpose zone" im Norden, wo Individualreisende (Self-Driver) durchfahren dürfen. Zone 2 bezeichnet das im Parkzentrum liegende Rhino Sanctuary, zu dem keine Besucher Zutritt haben. Die "semi-wilderness zone" im Bereich der Flüsse Mwaleshi und Mulondoshi bleibt weiterhin den Bush Camps und deren Gästen vorbehalten (Individualreisende dürfen sich hier nicht aufhalten). Diese Zone 3 ist der Herzstück des Parks und der touristisch interessanteste Teil. Zone 4 bezeichnet die "wild zone" im Süden und im westlichen Bergland, die ZAWA-Scouts und Anti-Poaching-Einheiten vorbehalten bleibt. Es gibt Überlegungen, die Fulaza Road am nördlichen Parkrand auszubauen und dort weitere Community Camps einzurichten. Dazu sind bisher jedoch noch keine Aktionen angelaufen.
Aber auch bei den Touristencamps gibt es Erweiterungen. Neben den drei alteingesessenen Camps Buffalo Camp, Mwaleshi Camp und Kutandala Camp hat 2007 das spanische Reiseunternehmen Remote Wildlife zwei Camps eröffnet, die beide am Ufer des Luangwa liegen - im Gegensatz zu den älteren Camps im Park. Fast schon als eine Lodge kann man "Delia Camp" beschreiben, das als einziges Camp im Park dauerhaft angelegt wurde und nicht alljählich zur Regenzeit komplett abgebaut werden muss. Es hat bequemere Reisegäste als Zielgruppe, denn hier wird in edlen Stelzenchalets gewohnt, vom Viewing Deck Hippos im Luangwa beobachtet, und Pirschfahrten sind viel mehr die Regel als Bush Walks. Insofern erinnert Delia Camp eher an die Lodges im South Luangwa NP als an die rustikalen Bushcamps im trockenen Gebiet am Mwaleshi (wo der Gast sich schon selbst bewegen muss!).
"Nkalamo" ist dagegen ein saisonales Bush Camp, ebenso wie Delia Camp am Luangwa errichtet. Es ist viel einfacher und spartanischer geführt. Hier können Selbstfahrer auf B&B-Basis unterkommen.

2009  Im Buffalo Camp von Mark Harvey ist ab 2009 ganz offiziell Selfcatering wieder buchbar (ohne 14-Tage-Frist). Preis pP: 95 US$ plus “Bed levy” und NP-Eintritte. Ferner wurde das Natwange Community Camp nahe dem Mano Gate verbessert. Es bietet jetzt gute Sanitäranlagen mit warmen Duschen und einen großzügigen Unterstand mit Grillstelle und Betontisch beim Fluss.
In diesem Jahr wird auch Delia Camp als preiswertes Selfcatering Camp angeboten. Somit gibt es für Selbstversorger drei Camps im Nationalpark.

Seit 2010 hat sich wiederum einiges im Park verändert. Die wesentlichen Entwicklungen sind allerdings in den Jahren davor passiert.

Wir reisen weiterhin jedes Jahr mindestens einmal in den North Luangwa NP.
Aktuelle Informationen zum Bereisen des Parks finden Sie jederzeit im Reiseführer und ggf. auf den News-Seiten.

 

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