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Unter dem Motto "Wir unterstützen
ehrliches Engagement" stellen wir von Zeit zu Zeit Hilfsprojekte vor,
- Menschen hinter dem Projekt stehen, die mit ganzem Einsatz konstant für ihre Sache kämpfen Wir beginnen diese Vorstellungsreihe mit einem Hilfsprojekt, das uns ganz besonders am Herzen liegt: Chimfunshi Wildlife Orphanage
In Chimfunshi finden alle Neuzugänge zunächst eine neue Heimat im Bereich der Käfige und werden dann behutsam in einen der sieben Clans integriert. Nicht alle Tiere dürfen später in freien Gehegen leben, manche sind so angeschlagen, dass sie ihr Leben in Käfigen verbringen müssen. Aber jedes einzelne Tier rufen Sheila Siddle, Tochter Sylvia und die vielen Angestellten beim Namen und kennen ihre Vorlieben, Ängste und Schwächen. David Siddle ist 2006 leider verstorben.
25 feste Mitarbeiter halten den Betrieb am Laufen. Zu den wichtigsten Helfern gehören die fröhliche Mary und der einfühlsame
Dominique, der mit Besuchern den Bush Walk unternimmt. Mary kümmert sich um die Organisation der Fütterungen, die dreimal täglich
stattfinden. Morgens bekommen die Schimpansen Milch und Nshima (traditioneller Maisbrei). Mittags gibt es Nshima mit viel frischem
Obst und Gemüse, am frühen Nachmittag dann noch ein paar Süßkartoffeln mit Milch. Schimpansen sind nicht wählerisch. Sie lieben
Avocados, Auberginen, Orangen, Kohlköpfe, Mangos - alles, was die Saison gerade reifen lässt. Die großen Mengen an frischen
Nahrungsmitteln liefern die umliefenden Dörfer. Dienstags und freitags ist Liefertag der Nachbardörfer, jeden Montag und Mittwoch
bringen die Bauern vom nördlichen Kafueufer ihre Waren. So profitieren viele Dörfer vom Schimpansenprojekt. Die “Grande Dame” von Chimfunshi heißt Milla und lebt seit 1990 in Chimfunshi. Jane Goodall hatte sie seinerzeit aus Tansania mitgebracht, wo die kluge Schimpansin in einer Bar gehalten worden war und sich systematisch zur Kettenraucherin und Alkoholikerin entwickelte. Sie war bei ihrer Ankunft schon über 30 Jahre alt und hat auf der ständigen Suche nach Alkoholika im Haus der Siddles manches Chaos angestellt. Heute ist sie wie eine sanfte Großmutter und lebt in einem der größeren Freigehege. Alice und Cindy sind Schwestern. Eine Familie an der Elfenbeinküste hatte sie wie kuriose Haustiere aufgezogen. Sie waren mit Bikinis bekleidet und mit einem Surfbrett ausgestattet worden. Man fand das wohl amüsant. Aber irgendwann sind die beiden putzigen Schimpansenmädchen gewachsen und niemand wurde ihrer mehr Herr. Also schickte man sie nach Chimfunshi, wo sie nun artgerecht mit ihresgleichen leben dürfen (ohne Bikini). Beide sind oft bei den Bush Walks dabei, die Besucher mit ausgewählten jungen Schimpansen und dem Pfleger Dominique unternehmen dürfen. Cindy hat eine Marotte für Schnürsenkel und viel Ausdauer und Geschick - sie klaut gerne Schuhe. Alice ist die Sanftere. Sie bringt dem Besucher Blätter und möchte sich damit füttern lassen.
Schimpansenbabies benötigen im ersten Lebensjahr ebensoviel Fürsorge wie ein Mensch. Bei unserem Besuch im Oktober 2006 zog Sylvia Siddle ein Schimpansenbaby auf, das von seiner Mutter verstoßen worden war. DeeDee trug Windeln, ließ Sylvia keinen Augenblick allein und benahm sich ähnlich quengelig und neugierig wie ein menschliches Baby. Im September 2007, kaum ein Jahr später, hat Sylvia wieder einen Winzling auf dem Arm. Dominique heißt der Wildling, zu Ehren des sanftmütigen gleichnamigen Pflegers. Für die Ersatzmama ist das ein anstrengender Fulltime-Job. Bild rechts: Sylvia Siddle kümmert sich zusammen mit ihrer Mutter Sheila um Chimfunshi Orphanage. Eine weitreichende Entscheidung. Um in der Einsamkeit von Chimfunshi zu leben, musste Sylvia ihren Beruf und ihr früheres Leben in der Stadt aufgeben.
Chimfunshi schenkt den Schimpansen, die sich aufgrund der Rahmenbedingungen in Sambia nicht ganzjährig selbst aus der Natur versorgen können, die größtmögliche Freiheit, die man Wesen, die sowohl von Zufütterung abhängig sind, als auch Schutz vor Wilderei brauchen, überhaupt gewähren kann. Sie sind sozusagen in riesigen Freigehegen ausgewildert – kein Zoo bietet Schimpansen ein großzügigeres Umfeld, und nirgendwo in ihrer tropischen Heimat fänden sie diesen Frieden.
Chimfunshi Wildlife Orphanage ist kein touristisches Projekt! Besucher sind willkommen, solange sie sich in die Tagesabläufe einfügen. Im Mittelpunkt stehen unangefochten das Wohl der 114 Schimpansen und der Bildungsgedanke, z.B. die zahlreichen Schulklassenbesuche. Wer als Tourist ehrliches, und nicht voyeuristisches Interesse zeigt, wird manchmal fast schon familiär aufgenommen. Interessierte Besucher dürfen im Education Centre nächtigen (14 Euro pP), bei Sylvia Siddles Haus am Kafueufer campieren (einfache, idyllische Kuhwiese mit rudimentären Sanitäreinrichtungen, 6 Euro pP), vormittags am Bush Walk mit den jungen Tieren teilnehmen (ca. 20 Euro pP) sowie einer Fütterung beiwohnen und die Freigehege besuchen (11 Euro pP). Kontakt: Tel./Fax 0212-311293/100. Wir empfehlen dringend, sich für den Besuch Zeit zu nehmen und nicht nur den Empfangsbereich bei den Käfigen und dem Hippoteich zu besuchen, denn das würde einen unvollständigen Eindruck vom Projekt vermitteln. Bei ehrlichem Interesse freuen sich die Mitarbeiter über Fragen und Neugier. Spenden für das Projekt sind herzlich willkommen. Der Bush Walk geht förmlich "unter die Haut": Engster Körperkontakt, Schmusen, Abtasten, Rangeln. Verdreckte und zerrissene Kleidung ist nicht auszuschließen. Nur geeignet für Leute, die solche Nähe nicht scheuen, sondern als Sternstunde ihres Lebens wahrnehmen können.
Unser besonderer Buchtipp: “Ein Garten voller Schimpansen”, die Biographie von Sheila Siddle, im Wunderlich Verlag erschienen unter ISBN 3-8052-0741-7. Erhältlich auch beim deutschen Chimfunshi Verein unter www.chimfunshi.de . Nicht nur für Chimpansenfreunde geeignet, denn das Buch erzählt mitreißend eine phantastische Lebensgeschichte. Und ein tolles Geschenk ist es auch! Weitere Informationen finden Interessierte unter www.chimfunshi.de (Dt. Verein) und www.chimfunshi.org.za Hier kann man auch für wenige Euro im Monat die Patenschaft für einen Schützling übernehmen.
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